Audi setzt zukünftig HTC Vive im Showroom ein

Von: Jonas / Am: / In: HTC Vive, News

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Dass Virtual Reality nicht nur zur Unterhaltung genutzt werden kann, beweist ab 2016 der deutsche Autohersteller Audi in seinen Niederlassungen: In einer Kooperation mit HTC will das Unternehmen seine Fahrzeuge lebensecht in einem virtuellem Showroom präsentieren. Offizielle Vorstellung ist Anfang nächster Woche auf der CES in Las Vegas.

Schneidet man das Thema Virtual Reality an, geistern oft Bilder von Hardcore-Gamern vor unserem inneren Auge herum. Doch die Technologie könnte bald auch für den Ottonormalbürger relevant sein. Vorreiter will dabei der Automobil-Hersteller Audi aus Ingolstadt sein. 2016 soll ein Großteil der Händler mit einem VR-System ausgestattet werden, das nahezu jede Konfiguration originalgetreu darstellen kann. Vorteil: Millionen von Zusammenstellungen können angezeigt werden. Ein Partner ist unter anderem HTC. Mit der Vive bietet der taiwanische Elektronikhersteller die perfekte Hardware-Plattform.

Bereits seit 2014 seien laut dem Computermagazin c’t Software-Experten von Audi dabei eine entsprechende Software zu entwickeln. Mehr als 20 Mitarbeiter sollen für das ambitionierte Projekt zeitweise abgestellt worden sein. Damals stand man vor dem Problem einer passenden Engine: Keine der auf dem Markt verfügbaren Plattformen konnte laut Projektleiter Markus Kühne die hohen Erwartungen erfüllen. So blieb nichts anderes übrig, als gemeinsam mit der Softwarefirma Zerolight aus Großbritannien sowie Nvidia eine eigene Engine zu entwickeln, die auf Unity basiert. Für die Rechenleistung sorgen zwei High-End-Grafikkarten Nvidia M6000 im schnellen SLI-Verbund. Stückpreis: 5.500 Euro.

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Das Ergebnis kann sich auf jeden Fall sehen lassen. Die Kollegen von heise berichten von einer flüssigen, hochauflösenden User Experience. Dazu trägt auch das hochdetaillierte Modell bei, das nicht extra modelliert sondern aus der CAD-Software Catia in mehreren Teilschritten extrahiert wird. Sie basieren also auf die Originalzeichnungen und sind “produktkorrekt”, wie es im Ingenieur-Jargon heißt.

Neben den grafischen hat sich Audi auch den akustischen Feinheiten angenommen. Die erhältlichen Soundsysteme wurden mit Hilfe der binauralen Kunstkopf-Technik abgenommen und werden dem Interessenten über Bang & Olufsen Kopfhörer wiedergegeben. Je nach Kopfstellung verändert sich auch der Raumklang. Zusätzlich besitzen die On Ears Mikrofone um auch die Erläuterungen des Verkäufers hörbar zu machen. Über die Kosten des Systems schweigt sich der Hersteller mit den vier Ringen aus. Sie dürften zwischen 15.000 und 20.000 Euro pro Einheit liegen – Entwicklungskosten außen vor.

Eine feine Sache, die sich Audi da ausgedacht hat: Mit dem VR-System sparen sich die Verkäufer Platz und der Kunde kann seinen Traumwagen begutachten ohne lang zu warten oder erst weite Wege zu fahren. Gerne würden wir so etwas auch von anderen Herstellern sehen. Vielleicht startet ja dadurch ein ganz neues Zeitalter des Modellkonfigurators. Mit dem Release der Vive im April könnte ich mir auch eine Modell-Datenbank vorstellen, auf die über das Internet zugegriffen werden kann. Traumautos könnten dann unkompliziert in den eigenen vier Wänden begutachtet werden – die nötige Rechenpower vorausgesetzt.

Was meint ihr: Sinnvoll oder wollt ihr euren Traumwagen doch real begutachten können?

Quelle: c’t und heise, Bildquelle: Audi

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