Vor einiger Zeit hatte ich den ach so tollen Einfall mein primäres Smartphone zu wechseln, also das Gerät, welches ich hauptsächlich nutze. Doch bin ich nicht auf ein besseres Phone umgestiegen, sondern habe eher einen Rückschritt gemacht. Sinn der Sache war herauszufinden, welche Fortschritte die Technik und insbesondere die Sense-Oberfläche gemacht hat. Nach nun mehr als 6 Wochen beende ich diesen Versuch und ziehe mein Fazit: Ich habe überlebt!
Hardware
Wenn mein Hauptaugenmerk doch auf Sense gelegt war, kam ich nicht ganz drum herum mir auch die Hardware noch mal anzuschauen und einen kurzen Datenvergleich zu machen. So fällt ab dem ersten Moment das “minimal” höhere Gewicht des Desire Z auf, welches im Vergleich zum One S schlappe 60 Gramm schwerer ist. Auch die Abmessungen sind so unterschiedlich wie Sonne und Mond. Doch muss man beachten, dass das Desire Z noch mit einer aufschiebbaren Hardware-Tastatur ausgestattet ist, was das gesamte Gerät direkt deutlich dicker macht. Hier einmal die wichtigsten Daten im Vergleich:
- Desire Z | One S
- 800 MHz Single-Core-Prozessor | 1,5 GHz Dual-Core-Prozessor
- 512 MB RAM | 1GB RAM
- 1,5GB ROM | 16GB ROM
- 5-Megapixel-Kamera | 8-Megapixel-Kamera mit HTC ImageSense
- 3,7 Zoll großes Display (480 x 800) | 4,3 Zoll großes Display (540 x 960)
- Android 2.3.3 mit Sense 2.1 | Android 4.0.4 mit Sense 4.0
HTC Sense
Bei der Software muss man, wie wir bereits alle wissen, etwas genauer unterscheiden. Nämlich zwischen Android einerseits und Sense andererseits. Beim Starten des mittlerweile schon eingestaubten Desire Z tauchte auf einmal ein Balken am unteren Teil des Bildschirms auf, den einige schon gar nicht mehr kennen. Dieser war bei älteren Modellen das Gegenstück zum mittlerweile verwendeten Ring, der unseren Lockscreen ziert. Automatisch wurde mir also der Verlust sehr praktischer Begleiter klar: Schnellzugriffe vom Lock-Screen. Nun gut schauen wir weiter. Während ich auf dem One S nur das kleine Widget für Wetter und Uhr (4×1) verwendet hatte, drängte sich hier die 4×2 Animation auf die Hälfte des Displays, was mir mein Vorhaben das Desire Z so einzurichten wie das One S schon mal von Anfang an zerstörte. Auch die Funktion mehrere Apps per Drag’n Drop zu einem Ordner zu verbinden war nicht möglich.. Ok durchatmen alles halb so wild!
Nachdem ich das Desire Z also so weit wieder auf Vordermann gebracht hatte, konnte der Alltag weitergehen. Wie aus meinen “X – Kann es den Alltag meistern“-Artikeln bekannt, nutze ich regelmäßig öffentliche Verkehrsmittel und habe mir zum Überbrücken dieser die Beats by Dr. Dre Mixr geholt. In Verbindung mit dem One S und integriertem Beats Audio ein wahrer Musikgenuss, doch wie sieht es mit dem Desire Z aus? Ohne zu übertreiben: Es hat mich wirklich deprimiert, als ich den Play-Button gedrückt habe und wusste, dass ich diesen dumpfen, an Bass mangelnden Klang nun mehrere Wochen aushalten muss. JA! Der neue Sound-Chip in Verbindung mit Beats Audio machen wirklich etwas aus, wer etwas anderes erzählt soll doch bitte beide Geräte noch mal vergleichen.
Während man bei Sense 2.1 langsam anfing unnötigen Schnickschnack in die Oberfläche zu integrieren, der das komplette System ausbremst, ist Sense 4 nun wieder ausgemüllt, was für eine deutlich höhere Performance sorgt und doch alles bietet, was man als User so braucht. Allein schon der Lock-Screen und die Menüführung sind deutlich besser und intuitiver gestaltet als noch bei Sense 2.x. Wie bereits in der Übersicht oben zu sehen ist, sind auch vonseiten des Prozessor und Arbeitsspeicher große Unterschiede vorhanden, auf die die Software letztendlich zurückgreifen muss. So hatte ich fast täglich Abstürze, Reloads von Sense und nach der Hälfte des Versuches hat sich das Gerät auch einfach mal neu gestartet. Die abgestürzten Apps wie Facebook und WhatsApp möchte ich hier gar nicht weiter aufzählen. Man merkt halt einfach, dass das Desire Z mit den heute erforderten Leistungen und Ansprüchen nur noch schwer, wenn überhaupt mithalten kann.
Zu guter Letzt möchte ich noch die Kamera erwähnen, auf welche HTC momentan ja besonders Wert legt. Schon das HTC Rhyme oder das HTC Sensation XL hatten sehr gute Kameras, welche nur noch von der One Familie bzw. den Modellen One S und One X übertroffen werden. Und das zu Recht! Die Bildqualität des Desire Z reicht bei aller Liebe gerade noch als Beweisfoto bei einem Autounfall aber für mehr nun wirklich nicht mehr aus. Die Fotos sind extrem unscharf und haben bei Innenaufnahmen einen starken Blaustich. Zwar war bei meinem One S auch ein kleiner Defekt vorhanden, wodurch sporadisch Streifen über das Display liefen, doch ansonsten waren die Bilder sehr ansehnlich und auch für den nächsten Urlaub zu gebrauchen.
Wie dem auch sei, ich bin sehr froh, dass dieser Test nun vorbei ist und ich endlich wieder auf ein Gerät mit Sense 4 und aktueller Hardware umsteigen konnte. Fotos zu knipsen macht wieder Freude und ja, beim Hören der Musik bringe ich nun auch wieder ein zufriedenes Lächeln über die Lippen. Einer der wichtigsten und meist genutzten Funktionen ist bei mir nämlich tatsächlich der Musik Player. Aber auch die anderen Funktionen konnten jede für sich beweisen, dass sie erwachsen geworden sind. Von einem der aktuellen Geräte wieder zurück in die Vergangenheit zu reisen, weil das Gerät evtl. in Reparatur ist oder sonst was, kann wirklich Nerven raubend sein!
Seid ihr in letzter Zeit von einem älteren Gerät auf ein HTC Smartphone der aktuellen One oder Desire Familie umgestiegen, oder sogar umgekehrt? Wenn ja, teilt uns doch gerne eure Erfahrungen und Meinungen über die Kommentar-Funktion mit. Wir sind gespannt!
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