Google I/O: Android M offiziell vorgestellt

Von: Jonas / Am: / In: Android Software, News

Logo Google I/O 2015

Alle Jahre wieder hält Google Ende Mai seine Entwicklerkonferenz in San Francisco ab. Das Hauptaugenmerk für Smartphone-Fans liegt dabei besonders auf dem mobilen Betriebssystem Android. Und so kam es wenig überraschend, dass Vize-Präsident Sundar Pichai unter anderem die neueste Distribution Android M präsentierte. Wir haben für euch die wichtigsten bereits bekannten Neuerungen zusammengefasst und verraten, welche HTC-Phones das Update voraussichtlich erhalten werden.

Mit Android M will Google die mobile Welt weiter vereinfachen. Zur Opening Keynote zeigte der milliardenschwere Konzern die ersten Features der Developer Preview, die ab sofort online verfügbar ist und auf Nexus-Geräte installiert werden kann. Im Großen und Ganzen können die Neuerungen in sechs Bereiche untergliedert werden.

Android M Developer Preview Features

Der erste Punkt befasst sich mit den App-Berechtigungen. Mit der neuen Version soll es möglich sein, Berechtigungen für Mikrofon, Kamera oder auch den Kontaktezugriff selbst an oder abzuwählen. Will man beispielsweise eine Video- oder Sprachnachricht per WhatsApp versenden, können die Komponenten kurzzeitig aktiviert und danach wieder für die Anwendung gesperrt werden. Damit soll missbräuchlichem Einsatz entgegen gewirkt werden. Wer keine Notwendigkeit sieht seine Kontaktliste einer bestimmten App preiszugeben, kann die entsprechende Berechtigung manuell deaktivieren. Eine feine Sache, aber unserer Meinung nach längst überfällig.

Verbesserungen soll es außerdem in Sachen “Web Experience” geben. Aus einer App geöffnete Links sollen im selben Design der Anwendung angezeigt werden. Google nennt diese Funktion Chrome Custom Tabs. Ebenfalls neu ist eine native Link-Erkennung. Per Mail oder Nachricht verschickte Links können direkt analysiert und erkannt werden. Wurde nun die mobile Anwendung auf dem Smartphone installiert, lädt der Verweis direkt darin. Beides interessante Geschichten, allerdings auch nichts umwerfendes.

Android Pay

Interessanter war da schon der Punkt “Mobile Payments”. In Anlehnung an Apples Pendant können über Google Pay in Zukunft Zahlungen abgewickelt werden. Dazu sollen auch die NFC-Sensoren des Mobiltelefons genutzt werden. In den Läden soll es dann so genannte NFC Pay Stations geben, an denen das Gerät angelegt und bezahlt werden kann. Besonderen Wert legt Google dabei auf die Sicherheit. So werden keine Kartennummern an sich, sondern nur Vorgangsnummern übertragen. Hacker sollten so keine Chance haben Daten abzugreifen. Google Pay wird zu Beginn in 700.000 amerikanischen Shops verfügbar sein – wann das Ganze nach Deutschland kommt, wurde nicht verraten. Hierzulande dürften wir zumindest auf einen Teil des Dienstes nicht verzichten müssen: Auch im Web soll der Service funktionieren.

Mit Android M soll das mobile Betriebssystem endlich auch Fingerabdruck-Sensoren unterstützen. Neben dem Entsperren des Telefons, das ja unter anderem beim 2013er One Max heute schon funktioniert, sollen darüber Daten geschützt oder auch Zahlungen abgewickelt werden.

Android M Doze-Modus

In den letzten Jahren legt Google besonderen Wert auf das Energiemanagement und so verwundert es nicht, dass die Entwickler auch bei Android M an diesen Stellschrauben drehen. Eingeführt wird unter anderem der “Doze”-Modus. Mittels Sensortechnik erkennt die Software Bewegungen und friert die Synchronisation beispielsweise in der Nacht nahezu komplett ein. Beim aktuellen Tablet Nexus 9 sprechen die Verantwortlichen von einer bis zu doppelten Akkulaufzeit. Das gilt es sicherlich zu beweisen, aber die Zahlen klingen vielversprechend.

Unterstützt wird mit Android M auch der neue USB-Standard Typ C. Das Drehen des Steckers dürfte dann endlich der Vergangenheit angehören – der Anschluss ist symmetrisch. Besondere Vorteile bietet die Technologie vor allem beim Laden des Akkus. Der Prozess soll dann drei bis fünfmal schneller vonstatten gehen, was einen erheblichen Zeitgewinn bedeuten würde – wir sind gespannt.

Neben den größeren Verbesserungen und Neuerungen dreht Google auch an den kleineren Stellschrauben. Neben Anpassungen beim Kopieren und Einfügen von Texten können Links mit Android M direkt mit bestimmten Kontakten geteilt werden. Stock-Geräte erhalten des Weiteren wieder eine erweiterte Lautstärkeregelung. HTC-Smartphones sind von dieser Änderung ausgenommen – hier ermöglicht die Nutzeroberfläche entsprechende Anpassungen.

Google Now On Tap

Außerdem führt Google bei seiner Such-Engine Now einige neue Funktionen ein. Die Software erkennt unter anderem, über was in der aktuellen Interaktion kommuniziert wird und öffnet per Tap auf den Now-Button etwa Restaurant- oder Filminformationen. Auch die Spracherkennung wird so intelligenter. In der Demo wurde Musik von Skrillex  gespielt und die Phrase “What’s his real name?” eingesprochen. Geöffnet wurde die Suche “What’s the real name of Skrillex?”. Für detaillierte Informationen, kann die Opening Keynote via Youtube nachgeschaut werden.

Bleibt noch die Frage nach der Verfügbarkeit. Google selbst sprach von einer Veröffentlichung der fertigen Version in Q3/2015. Dann sind die Hersteller am Zug Anpassungen zu treffen und Android M an die Kunden auszuliefern. Einer der ersten Smartphone-Entwickler, der eine (vage) Ankündigung zum Updatestand der aktuellen Gerätepalette wagte, war HTC. In einem Tweet wurde das One M9* sowie M9+ genannt, andere Telefone würden später angekündigt. Es ist davon auszugehen, dass auch das One (M8)* mit der Softwareaktualisierung versorgt wird. Auch die Desire-Geräte aus dem Modelljahr 2014 könnten Android M erhalten. Schlechter sieht es für das One (M7) und die Smartphones aus dem Jahr 2013 aus.

Was sagt ihr zur Keynote im Rahmen der Google I/O – langweilig oder doch tolle Android-Neuerungen?

Quelle: Youtube, Caschys Blog

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