HTC Desire C – Ein Erfahrungsbericht

Von: Jonas / Am: / In: HTC Desire C, Testberichte

HTC Desire C - Ein Erfahrungsbericht

In letzter Zeit ging es bei uns auf oft um die Dickschiffe, um die leistungsstarken Superphones wie dem gerade veröffentlichten HTC One, die meist in der Preisklasse von günstigen Ultrabooks liegen. Doch HTC kann auch anders: gerade für Einsteiger, die keinen Luxus wie 4-Kern-Prozessoren oder 32GB Speicher benötigen, haben die Taiwanesen das HTC Desire C entwickelt. Wir haben es uns genauer angeschaut und es einem zielgruppenorientierten Test unterzogen.

Angesprochen werden mit solch kleinen, schwachen Geräten natürlich die Smartphone-Einsteiger — Menschen, die noch nie ein Smartphone in der Hand hatten, geschweige denn SMS über eine Touchscreen-Tastatur geschrieben haben.

So habe ich nach ersten eigenen Begutachtungen das Desire C kurzerhand meinen Eltern in die Hand gedrückt — ohne größere Einweisungen. Dazu müsst ihr wissen, dass sie selbst nur herkömmliche Mobiltelefone mit Nummerntastatur und ohne großen Schnickschnack besitzen. Überraschenderweise kamen beide nach anfänglicher Abneigung einwandfrei damit zurecht. Vor allem lobten sie die intuitive Steuerung des Android 4.0 samt der HTC-eigenen Benutzeroberfläche Sense 4.0.

Auch die Touch-QWERTZ-Tastatur wurde einem kritischen Blick unterworfen: Hier fiel die Entscheidung weniger positiv aus. Dadurch, dass die Bildschirmdiagonale nur 3,5 Zoll (8,9 cm) beträgt, fällt natürlich auch die Tastatur sehr klein aus — ein flüssiges, fehlerfreies Tippen war für meine zwei Testprobanden fast unmöglich. Auch die Auflösung des Super LCD-Displays mit 320 x 480 Pixeln ist nicht überragend, wurde allerdings nicht nachteilhaft aufgenommen — im Gegenteil: Die Akkuausdauer gewinnt dadurch einige Stunden dazu.

Apropos Akku: HTC verbaut wechselbare 1230 mAh. Klingt wenig, ist aber angesichts des 600 MHz-Prozessors, erwähntem Display und einem abgespeckten 2D-Startscreen vollkommen ausreichend. Unter normalen Bedingungen (Mail, einige SMS und Telefonate, kurze Spielzeiten) kamen wir auf knapp 3 Tage Laufzeit — ein beachtlicher Wert in der heutigen stromfressenden Smartphone-Zeit.

HTC Desire C - Ein Erfahrungsbericht

Die Musikfanatiker unter euch wird es freuen: Die Taiwanesen verwenden selbst in ihrem Einstiegsgerät die Beats Audio-Technologie. Natürlich liegen bei einem Kaufpreis von 150€ keine dazugehörigen Kopfhörer bei, dennoch schlägt sich das Gerät erstklassig als MP3-Player. Dafür sorgen auch die zugegebenermaßen etwas mickrigen 4GB an internem Speicher, die jedoch mittels microSD-Karte um bis zu 64GB erweitert werden können — Platz also für jede Menge Musik, Bilder und Videos.

Auch an die Gelegenheitsfotografen (oder Instagramer) hat HTC gedacht: Verbaut ist im Desire C eine 5-Megapixel-Kamera, mit der zumindest bei guten Lichtbedingungen schöne Schnappschüsse gelingen. Auf einen LED-Blitz wurde leider verzichtet. Videos können allerdings aufgrund fehlender Rechenleistung nur in 480p, also DVD-Qualität, aufgezeichnet werden.

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Fazit: Trotz der einfachen Ausstattung überzeugt das Desire C vor allem als Einsteigergerät. Der kleine Prozessor macht seine Sache erstklassig, wir haben über den kompletten Testzeitraum von 2 Monaten kein Aufhängen oder Abstürzen festgestellt (wenn ich da an mein HTC Flyer denke). Auch die Nutzeroberfläche lässt sich flüssig bedienen. Einzig der kleine Bildschirm ist beim SMSen reichlich ungeeignet. Mit nur 98 Gramm inkl. Akku ist das Gerät eines der wenigen Fliegengewichte im Bereich der Smartphones.

Abschließend möchte ich alle Lesern älteren Semesters die Angst vor Touchscreen etc. nehmen: Selbst meine technikkonservativen Eltern sind erstaunlich gut mit dem Desire C zurechtgekommen. Und an alle technikaffinen Leser, die noch kein Geburtstagsgeschenk etc. für ihre Lieben haben – schlagt zu!

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  • moms-bln

    Müsste man denn unter ICS die SMSen nicht auch im Querformat schreiben können! …nur so’ne Idee. Oder macht das der Prozessor nicht. Ich schreibe mit meinem Sensation auch immer im Querformat SMS, weil mir selbst beim 4,3″qHD-Screen zum Tippen ‘hochkant’ die Tasten zu winzig sind…

    • http://twitter.com/dshonas Jonas

      Naja, auch im Querformat ist die Tastatur relativ klein. Wenn man Handys mit physischen Tastaturen gewöhnt ist, ist die Umstellung erst einmal schwierig ;)

      • Rene_K

        Ansichtssache. Ich habe ein Note, da ist die Tastatur sehr groß. Schneller schreiben konnte ich dennoch auf dem Sensation und auch auf dem Samsung Y meiner Tochter geht es flott. Wichtiger als die Größe, ist nämlich die Erkennungsgenauigkeit. Und gerade die ist nicht automatisch bei großen Geräten besser.

        • Kevin

          Dem mjuss ich zustimmen! Ich habe das Note 2 und beim Sensation (XE) bzw. LG Optimus 4X HD war der Schreibkomfort wesentlich angenehmer für mich persönlich.

          Zudem muss ich sagen dass die Erkennungs”klasse” (nenne ich es mal) bei meinem Samsung wirklich schlecht ist. Aber vllt bin ich ja auch nur zu doof für ne große Tastatur :-P

          Das Desire C ist mir allerdings in jeglicher Hinsicht zu klein.

  • http://www.facebook.com/uli.ramschak Uli Ramschak

    “Superphones wie dem gerade veröffentlichten HTC One”

    Gerade veröffentlichten…wo kann man es denn jetzt schon kaufen? Müsste da nicht eher “bald erscheinenden” stehen…

    • http://twitter.com/dshonas Jonas

      Nein, kaufen kann man das HTC One noch nicht. Habe das ‘veröffentlicht’ im Sinne von ‘vorgestellt’ gemeint :)

  • Stefan

    Hallo zusammen,

    ich bin begeisterter Nutzer des Desire C. Gerade und wegen seinem kleinen Bildschirm finde ich dieses Gerät (wie auch Vorgänger) als Smartphone/Handy nutzbar. Ich bin da wohl ein Anwender in einem Nischenbereich dieser immer größer werdenden Industrie.

    Was nun die Tastatur angeht, so ist sie für einen Umsteiger sicher extrem gewöhnungsbedürftig – keine Frage. Kennt man aber die Tastatur von ähnlichen HTC Geräten, dann kommt man damit prima klar. Ich gebe zu, verhältnismäßig habe ich mich hier auch oft vertippt. Habe aber mit der Zeit gemerkt, es liegt an meine Tippgeschwindigkeit. Gibt man die Buchstaben langsamer ein, verringert sich die Fehlerquote gen null. Dies scheint ein Kalibrierungsproblem zu sein, denn der Prozessor langweilt sich bei den Eingaben, die Auslastung liegt bei maximal 30%. Als Fazit hieraus habe ich mir jetzt kürzlich die Swype Beta Tastatur mal installiert. Ich muss sagen, damit macht es richtig Spaß und von einer Fehlerquote muss ich gar nicht erst anfangen ;-)

    So long
    Stefan