Der folgende Artikel basiert auf einem mehrwöchigen Test des HTC One S. In diesem habe ich versucht, einen durchschnittlichen Alltag nachzustellen, insofern mir das möglich war. Natürlich handelt es sich dabei um keine Laborbedingungen oder professionelle Tests, doch das denke ich, wäre auch kontraproduktiv. Ihr wollt schließlich keine Labor-Berichte, sondern mit dem Smartphone durch den Tag kommen. Um die Übersicht zu behalten, fange ich erst mal mit meinen Eindrücken vom Gerät in den Bereichen Soft- und Hardware an und komme danach zum eigentlichen Alltags-Test. Viel Spaß beim Lesen!
Hardware
Die metallic-graue Oberfläche meines Testgerätes, sowie das dünne Design, konnten von Anfang an bei mir punkten. Die Oberfläche fühlt sich sehr hochwertig an, das Gewicht ist optimal und die Form ist so gehalten, dass zumindest meine Wenigkeit trotz des großen 4,3″ Displays überall rankomme. Beim Display habe ich ab und zu Probleme. So laufen bei einigen Anwendungen kurzzeitig Streifen über das Display. Wahrscheinlich ist das jedoch nur ein Einzelfall. Die drei berührungsempfindlichen Tasten, unter dem Display, sind ebenfalls gut zu erreichen, jedoch fehlt mir momentan noch der “Suchen-Button”. Der Lautsprecher ist bei den neuen One-Geräten auf dem unteren Teil der Rückseite gehalten. Meine Vermutung ist, dass beim normalen Halten des Smartphones die Hände den Schall so reflektieren sollen, dass ein vollerer Klang entsteht. Dieser hat sich im Laufe der Zeit übrigens schon stark verbessert, ist dennoch vergleichsweise hohl und kraftlos. Lautstärke-Wippe und Power-Button sind gut erreichbar und auch einfach zu bedienen. Dass die Kamera etwas aus dem Gehäuse raus steht, macht mir persönlich nichts. Der Kunststoffdeckel, oben am Gerät, lässt sich einfach öffnen. Die verbaute Kamera ist zwar bei Weitem kein Ersatz für eine gute Spiegelreflex, für ein Smartphone jedoch “Absolut Empfehlenswert!“.
Fazit: Meiner Meinung nach, handelt es sich beim One S um das am besten konstruierte Smartphone von HTC und löst somit das HTC HD2, als bisherigen Thronhalter, ab.
Software
HTC Sense 4.0 benötigt erst ein bisschen Gewöhnung, wenn man an HTC Sense 3.5 oder eine noch ältere Version gewohnt ist, doch lohnt es sich. Es ist einfach toll und durchdacht. Der neue virtuelle Menü-Button ist gut positioniert, wie ich finde. Die wahrscheinlich tollste Funktion ist jedoch der Task-Manager, welcher über den rechten Touch-Button geöffnet wird. Mit einem einfachen Wisch über den Bildschirm beendet ihr die jeweilige Anwendung sofort und spart Strom. Image Sense, als Teil der Kamera, ist auch durchdacht. Der Aufbau und die Menüführung sind leicht verständlich.
Fazit: Sense ist nun endlich erwachsen geworden.
Kombiniertes Fazit
Tolle Software ist gut und tolle Hardware erst recht. Bescheiden ist es jedoch, wenn von beidem nur das Beste verwendet wurde, jedoch nicht aufeinander abgestimmt ist. Davon ist hier zum Glück nichts zu merken. Alles läuft sehr schnell und flüssig.
Der Alltags-Test
Da ich es keinem von euch antun wollte, mehrere Wochen meines Lebens durchzulesen, habe ich einfach mal den “durchschnittlichsten” Tag rausgesucht. Liebes Tagebuch..
- 06:30 Uhr: Der erste, von drei kurz hintereinander folgenden, Weckern ertönt. Die neuen Melodien verhindern, dass ich das gute Stück gleich in die Ecke werfe, erreichen aber trotzdem, dass ich wach werde.
- 07:00 Uhr: Ich trenne das One S vom Netzstecker und frühstücke in Ruhe.
- 08:00 Uhr: Meinen Arbeitsweg von einer Stunde versüße ich mir mit dem wirklich tollen Klang der Musik. Hier kann das One S selbst in Kombination mit dem einfachen RC-E190 punkten. Mehrmals musste ich lächeln. Einfach nur, weil es so toll klang. Nebenbei werden natürlich Facebook und sämtliche Mail-Accounts gecheckt. Alles geht sehr flott und ohne Ruckeln.
- 09:00 Uhr: Auf dem Schreibtisch genießt es nun die erste Pause des Tages. Nichtsdestotrotz erwarte ich, jederzeit über Neuigkeiten informiert zu werden. Dies erfordert Einstellungen, die den Stromverbrauch erhöhen, was es mir jedoch wert ist.
- 14:00 Uhr: Kleine Pause zum Essen. Beantworten aller Mails und beim Mittagessen eventuell das ein, oder andere Wort bei Angry Words legen.
- 18:00 Uhr: Der Schlüssel steckt und die Tür wird geschlossen. Feierabend! Also wieder eine Stunde Bahn fahren, Musik hören, surfen, Mails checken.. Das volle Programm halt.
- 19:00 Uhr: Der Akku ist bei rund 50%. Und das trotz aller aktiven Synchronisierungen, Surfen, Musik, Spielen, Mailen, Simsen und Telefonieren. Beim Spielen wird das Gerät etwas warm, jedoch sollte sich keiner die Finger verbrennen.
- 19:30 Uhr: Die Schnürsenkel werden zugebunden und los geht es. Für meinen Bericht über Runtastic habe ich zwar das Desire Z benutzt, doch hab ich Gefallen an der körperlichen Ertüchtigung gefunden. Also Kopfhörer auf, Musik an, GPS an und rauf aufs Feld. Oh, ein Sonnenuntergang. ZACK! ZACK! Die Fotos sind fast schneller geschossen, als die Kamera-APP geöffnet ist. Ergebnis: Zufriedenstellend. Jetzt noch das beste Foto auswählen, mit der automatischen Korrektur bearbeiten und bei Facebook hochladen. Weiter geht es!
- 20:30 Uhr: Genug getestet. Leicht deformiert begebe ich mich unter die Dusche. Als dumme Angewohnheit liegt auf dem Fensterbrett das One S und versorgt mich weiterhin mit nun etwas dünneren Beats, über den Lautsprecher. Fertig, nur noch Lüften und … ein Schock … das One S fliegt, vom Fenster weggedrückt, durch die Luft und landet schließlich auf den Fliesen. Ein Moment des Schreckens und ich machte mich schon mal auf die Suche nach der Plastikabdeckung, welche sich sicher gelöst hatte. Doch Moment.. Alles noch an einem Stück und nicht mal der kleinste Kratzer zu sehen. Nichts!
- 00:00 Uhr: Der Artikel für den nächsten Tag ist fertig. Noch einmal werden die Mails und Facebook manuell gecheckt. Es könnte ja schließlich sein, dass sich eine Benachrichtigung verlaufen hat. Doch falsch gehofft. Mehr als die in der Zwischenzeit angekommenen Push-Mails kommen wohl nicht mehr. Gute Nacht!
- 06:30 Uhr: Da ist er wieder, der Wecker. Ein Blick auf den Akku-Balken zeigt gelbe Farbe. Aha, nach 24 Stunden ist also Schluss. Nichts da, ich geh aufs Ganze, und will gucken, wie lange er noch durchhält.
- …
- 10:00 Uhr: “DÜ! DÜ!” Der Akku schreit nach dem Netzstecker und symbolisiert, dass weniger als 10% noch vorhanden sind. Daraus mache ich mir nicht viel und checke noch mal alle Postfächer. Trotz fast leerem Akku ist keine Verlangsamung merkbar. Alles läuft wohl bis zum bitteren Ende flüssig.
Ungefähr 27:30 Stunden hat der Akku gehalten. Völlig ausreichend, bei normaler Benutzung, wenn ihr mich fragt. Währenddessen wurden alle meine Wünsche, die ein Smartphone erfüllen kann, vom One S treu erfüllt. Bis zum Ende war kein Leistungsverlust spürbar, ganz anders bei meinem HTC Desire Z. Über den Fliesenboden konnte es nur lachen und punktete, mit einem stabilen Aufbau. Während hier auch der eine, oder andere Akkudeckel fliegen geht, saß der Kunststoffdeckel, hinter dem die MicroSim-Karte sitzt, bombenfest. An dieser Stelle noch die Antwort auf eine Leserfrage: Der Deckel sitzt so, wie er soll, und hält auch.
Fazit
Keine wirkliche Kritik über das HTC One S?! Der Artikel ist doch bestimmt von HTC gekauft. Negativ! Ich finde ehrlich gesagt nur nichts zum Meckern. Das Design ist perfekt, die Performance gut. Die Software ist durchdacht und der Klang über Kopfhörer, zaubert mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht. Mit der Kamera lassen sich richtig gute Schnappschüsse machen und mehr, sollte man auch nicht erwarten. Natürlich wäre ein Speicherkarten-Slot und ein austauschbarer Akku toll, doch vermisse ich beides nicht. Wer seine komplette CD-Sammlung auf den Speicher bekommen will, gerät sicher in Schwierigkeiten, doch gehöre ich definitiv nicht zu diesen Personen. Schließlich hindert mich nichts daran, mein Gerät mehr als einmal an den Laptop anzuschließen.
Einen Kritikpukt habe ich dennoch: Das HTC One S, welches gerade vor mir liegt, ist nur ein Testgerät und gehört nicht mir. Sehr ärgerlich, denn ich möchte es nicht mehr missen. Endlich ein Smartphone bei dem (bisher) alles so funktioniert, wie ich es mir wünsche!
Abschließend sei noch mal gesagt, dass es mein persönliches Feedback zu diesem Gerät ist und kein Labortest. Sinn der Sache ist, euch die Kaufentscheidung etwas zu erleichtern, wenn ihr gerade vor dieser steht. Immerhin ist es eine Menge Geld. Wenn ihr noch Fragen zu dem Gerät habt, oder ich etwas Bestimmtes an/mit dem One S testen soll, nutzt die Kommentarfunktion und ich werde mich bemühen, jedem zu antworten.
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