Jabra Sport Pulse Wireless:
Headset mit Pulsmesser im Test

Von: Jonas / Am: / In: Testberichte, Zubehör

Jabra Sport Pulse Wireless

Wearable Devices mit vielen smarten Funktionen sind seit einiger Zeit in aller Munde. Viele denken dabei zuerst an Smartwatches. Dass sie auch in anderer Form daherkommen können, beweist der dänische Audioexperte Jabra. Mit den Sport Pulse Wireless hat das audiofine Unternehmen einen In-Ear-Kopfhörer mit Pulsmesser und einer passenden Smartphone-App auf den Markt gebracht. Was das Gadget kann, soll unser Test klären.

Lieferumfang und Ausstattung

Wie vom dänischen Hersteller Jabra gewohnt, kommen die Sport Pulse Wireless in einer hochwertigen Verpackung daher. Per Klappmechanismus begrüßen uns die rund 16g leichten In-Ear-Kopfhörer hinter einer transparenten Kunststoff-Abdeckung. Dahinter verbergen sich neben dem Headset selbst die passgenauen Earbuds (S, M, L) und Earwings (XS, S, M, L), ein äußerst robustes Case sowie ein leider recht kurz geratenes microUSB-Kabel.

Beim ersten Auspacken fallen keine Unterschiede zwischen herkömmlichen Jabra-Kopfhörern wie den Rox Wireless und den Sport Pulse Wireless auf. Wirft man jedoch einen genaueren Blick auf die qualitativ hochwertig verarbeiteten In-Ears fallen einem auf der linken Seite zwei größere Aussparungen in der Silikon-Ummantelung auf. Dahinter verbirgt sich der Sensor zur Messung der Herzfrequenz. Die rechte Hörmuschel beherbergt den microUSB-Anschluss. Das Design gefällt und die Farbkombination aus den Jabra-Farben gelb und schwarz wurde stylisch in Szene gesetzt.

Inbetriebnahme und Bedienung

Das Verbinden mit dem Smartphone geschieht per Bluetooth 4.0. Dazu müssen die Sport Pulse Wireless in den Pairing-Modus versetzt und im Mobiltelefon gesucht werden. Das geht sehr schnell von der Hand. Im Grunde kann dann schon Musik genossen werden. Doch um das Potenzial der In-Ears auszuschöpfen, sollten zwei Jabra-eigene Anwendungen installiert und eingerichtet werden. Zum Ersten lohnt sich für astreinen Dolby Sound die Jabra Sound App. Auf dem Smartphone gespeicherte Musik kann dort gefunden und per Equalizer klanglich verfeinert werden. Darauf möchte ich im Rahmen dieses Test nicht weiter eingehen, da ich beim Alltagscheck der Jabra Rox Wireless einige Worte darüber verloren habe.

Jabra Sport Screenshots

Die viel wichtigere App ist “Jabra Sport Life”. Sie beinhaltet die eigentlichen Fitness-Funktionen, die die Jabra Sport Pulse Wireless unterstützt. Nach dem Eingeben der persönlichen Daten wie Gewicht, Größe sowie Alter und dem Erkennen des Puls-Signals kann auf dem Homescreen die aktuelle Herzfrequenz abgelesen werden. Außerdem erhält der Nutzer Informationen über den Akkuzustand sowie weitere Einstellungsmöglichkeiten. So kann zwischen verschiedenen Aktivitäten gewählt werden: Unter anderem stehen Laufen, Wandern, Radfahren, aber auch Skifahren oder Skaten zur Auswahl. Benutzerdefiniert können aber auch weitere hinzugefügt werden.

Für fortgeschrittene Sportgeister sind die Trainingsoptionen interessant. Dort können Ziele hinsichtlich der Distanz, Zeit, des Kalorienverbrauchs aber auch des Zieltempos gesetzt werden. Des Weiteren kann die Puls-Zone oder gar ein eigenes Intervalltraining gewählt werden. Dann gibt’s über die Kopfhörer Warnungen, wenn das gesetzte Ziel nicht geschafft oder nicht eingehalten wird. Apropos Warnungen: In der Jabra Sport Life App kann ein bestimmtes Intervall definiert werden, in dem Zwischenstände wie absolvierte Kilometer, vergangene Trainingszeiten, Geschwindigkeiten sowie Herzfrequenzen durchgegeben werden.

Download @
Google Play
Entwickler: Jabra by GN Netcom
Preis: Kostenlos

Jabra Sport Life
Download @
App Store
Entwickler: GN Audio AS
Preis: Kostenlos

Wie es sich für In-Ears gehört kann natürlich auch Musik gehört werden. Auf der Startseite kann dazu der Standard-Player gesetzt werden. Dazu empfiehlt sich wie eingangs erwähnt die Jabra Sound App, die tollen Dolby Sound bietet. Aber auch System-Apps oder Google Music und Spotify können problemlos genutzt werden. Der letzte Einstellungspunkt auf dem Home-Screen befasst sich mit der Ansicht. Die kann nämlich variiert und auf den Träger zugeschnitten werden. Nutzt man entsprechende Halterungen sind so auch ohne Sprachausgabe die wichtigsten Daten im Blick.

Doch die Anwendung hat nicht nur eine “verfolgende” Rolle, sondern bietet auch drei wissenschaftliche Fitnesstests an: Mithilfe des Rockport-Tests kann die Ausdauerleistungsfähigkeit bestimmt werden, per Orthostatischem Test, ob man ‘übertrainiert’ ist. Der Ruhepulstest empfiehlt sich um die beste Trainingsfrequenz zu finden.

Praxistest

Um die Funktionsvielfalt auszutesten waren die Jabra Sport Pulse Wireless in den letzten Wochen mein steter Fitness-Partner. Zum Vergleich habe ich die Sigma Pulsuhr 25.10 mit Brustgurt zu Rate gezogen. Nach einigen Joggingrunden konnte ich auch eine kleine Bikerunde mit den smarten In-Ears drehen. Der Sitz überzeugte auch bei schnelleren (Kopf-)Bewegungen und selbst nach zwei Stunden drückten die Muscheln nicht – vorausgesetzt man verwendet die optimalen EarWings und EarBuds. Dabei ist etwas Experimentierfreude nötig.

Jabra Sport Pulse Wireless On Tour

Schon nach den ersten Laufkilometern war klar: Die Genauigkeit in Sachen Herzfrequenzmessung ist einwandfrei. Das bestätigte sich auch auf meiner rund 37 km langen Radstrecke. Die durchschnittliche Pulszahl wich mit 1 bpm nur minimal ab und auch die maximale Frequenz war mit 188 bpm extrem nahe an den 185 per Pulsuhr ermittelten Herzschlägen. Per GPS wurde die absolvierte Strecke auf den Meter genau aufgezeichnet. Mithilfe eines Overlays kann im Nachhinein die Herzfrequenz nachvollzogen werden. Der Clou dabei: Die App ermittelt aufgrund der hinterlegten persönlichen Daten den Trainingsbereich und meldet, ob man sich im leichten, intensiven oder gar maximalen Abschnitt befindet. Auf dem im Anschluss an das Training ausgegebenen Diagramm kann die Stärke des Trainings eingesehen werden. Außerdem können die Daten als CSV-Datei exportiert werden.

Jabra Sport Screenshots On Tour

Wie bereits geschildert erhält man auf der Trainingsrunde stets Informationen über die umfangreichen Parameter durchgesagt. In den Werkseinstellungen sind hier alle 10 Minuten und aller 2 km eingestellt – auf dem Fahrrad ist das deutlich zu oft. Wer mag kann die eigenen Aktivitäten in den sozialen Netzwerken teilen. Wie es sich für eine moderne App gehört, können auch Achievements gesammelt werden. Fitnessfreaks, die bereits andere Drittanbieter-Anwendungen nutzen, müssen darauf nicht verzichten, da die Sport Pulse Wireless Apps wie Endomondo, RunKeeper, Strava oder MapMyFitness unterstützen. Leider steht das hierzulande beliebte Runtastic nicht auf der Liste der kompatiblen Anwendungen.

Nebenher kann selbstverständlich auch Musik vom Smartphone gehört werden. Die Klangqualität kann sich durchaus zeigen hören lassen, wobei bei höherer Geschwindigkeit die Windgeräusche den Audiogenuss trüben. Auch zeitweilige Verbindungsabbrüche des Audiosignals sind nervig. Die Steuerungseinheit auf der rechten Seite lässt schnell die Lautstärke variieren und durch die Musiktitel skippen. Auch die Rufannahme ist mit dem mittleren Aktionsbutton möglich. Hinsichtlich des Funktionsumfangs geht auch die Akkulaufzeit in Ordnung. Rund 5 Stunden Fitnessaktivität konnte ich absolvieren bis die Sport Pulse Wireless an die Steckdose mussten.

Fazit

Mit den Sport Pulse Wireless* kombiniert Jabra zwei Gerätegruppen: Headset und Pulsmesser. Dabei muss der Nutzer keinerlei Kompromisse eingehen: Die Klangqualität ist Jabra-typisch sehr gut und der Pulsmesser arbeitet exakt. Auch die Aufzeichnungsfunktion in der Jabra Sport App arbeitet tadellos. Die Unterstützung von Drittanbieter-Anwendungen bringt weitere Pluspunkte. Einziger Wermutstropfen der Sport Pulse Wireless ist neben vereinzelten Verbindungsabbrüchen des Audiosignals der Preis: Rund 200 Euro* verlangt der dänische Audio-Experte Jabra für die Kopfhörer. Dafür erhält man auch die Rox Wireless* plus Sigma Pulsuhr* – und hat noch 80 Euro über. Auch wenn die Sport Life App deutlich umfangreicher ist, als die Software der Sigma Pulsuhr.

Was sagt ihr zu den Jabra Sport Pulse Wireless – würdet ihr euch die In-Ears mit Herzfrequenzmessung zulegen?

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