LTE – Die Zukunft des mobilen Internets lässt noch auf sich warten

Von: Christian / Am: / In: HTC, HTC Velocity 4G, News

HTC Velocity 4G Hands-On

LTE steht für “Long Term Evolution”, die neue Generation in Sachen Funktechnik. Mit LTE sind Downloadraten von bis zu 300 Megabit pro Sekunde möglich — natürlich Brutto, Netto wird es weniger. Klingt gut? Dennoch sind Nutzer von LTE-Geräten häufig unzufrieden und beklagen sich über verschiedene Probleme bezüglich ihrer Telefone. Wir erklären was für Probleme das sind und warum LTE vielleicht doch noch nicht ganz die neue Generation der mobilen Internetnutzung ist.

Problem Akkulaufzeit

Ein Problem von aktuellen LTE Geräten ist die Akkulaufzeit. Immer wieder hört man davon, dass die Akkus LTE-fähiger Geräte häufig schon nach einem halben Arbeitstag leer gesaugt sind — da soll sich noch einer über die “normalen” ein bis zwei Tage bei UMTS Smartphones beschweren! Doch warum ist das so?

Ein großes Manko von LTE ist, dass es noch keinen etablierten Telefonie-Standard gibt. Das bedeutet, es ist noch nicht möglich über LTE zu telefonieren. Natürlich möchte man mit seinem Telefon aber telefonieren können (“Kann man damit auch telefonieren?”), um das Realisieren zu können, muss parallel zur LTE Verbindung die UMTS bzw. GSM Verbindung verfügbar sein — über diese Frequenzen kann man nämlich telefonieren. Die LTE Verbindung kümmert sich dann um die Internetverbindung während die UMTS/GSM Verbindung (wenn verfügbar) auf Anrufe und Textnachrichten wartet. Das kostet natürlich Akkulaufzeit, muss doch zwischen 4G und 3G/2G gewechselt werden.

Problem Downloads

Aus der Tatsache, dass beide Verbindungen parallel gehalten werden, resultiert auch das nächste Problem: Downloads, die über LTE gestartet werden, brechen bei ein- und ausgehende Anrufen ab. Auch dieses hat einen Hintergrund.

Wenn man einen Download über eine bestehende LTE Verbindung startet, wird dieser logischerweise auch über das 4G Netz abgewickelt. Wenn man nun aber einen Anruf startet, muss zwangsweise auf 3G oder 2G umgeschaltet werden, Telefonate über 4G sind ja nicht möglich. Bei diesem Wechsel wird der Download unterbrochen — es gibt noch keine etablierte bzw. vollständig implementierte Technik, welche es ermöglicht den Download aus einem Frequenzbereich in den anderen “zu übernehmen”.

Diese beiden Probleme sind eng miteinander verwandt, resultieren sie doch beide daraus, dass man über LTE noch nicht telefonieren kann. Die Hersteller der Telefone versichern immer wieder, dass es ein Softwareupdate geben wird, das den Parallelbetrieb der beiden Netze abschaltet — sobald VoLTE (Voice over LTE) möglich ist. Bis dahin muss leider mit den bekannten Problemen zu leben sein.

Übrigens, das Akkuproblem ist nicht dadurch behoben sich in einem LTE-freien Gebiet zu bewegen, im Gegenteil, es wird dadurch eventuell nur noch schlimmer. Funkmodem, GSM, UMTS, LTE und auch WLan, versuchen, sofern sie aktiv sind, kontinuierlich eine Verbindung aufzubauen, sofern keine aktive Verbindung mit “ihrem” Netz besteht. Hat man nun ein verbautes LTE-Modem im Handy, versuchen UMTS und LTE Modem parallel eine Verbindung aufzubauen — es werden schließlich beide benötigt; Der Akku wird stark belastet.

In Deutschland ist LTE noch nicht verbreitet. Die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica O2 bauen ihre Netze zwar (schleppend) aus, allerdings ist es bei letzterem noch gar nicht und bei den anderen beiden kaum verfügbar. Für den deutschen Markt gibt es ohnehin kaum LTE-Geräte; Die aus den USA sind in Deutschland weitestgehend unbrauchbar, die Amerikaner senden auf anderen Frequenzen als der Rest der Welt.

Was haltet ihr davon? Habt ihr vielleicht schon ein LTE-Gerät und könnt diese Probleme bestätigen?

Quelle: ZEHN.de

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  • maxwireless

    Hi,
    leider sind einige Fehler im Artikel. Ihr schreibt “…um das Realisieren zu können, muss parallel zur LTE Verbindung die UMTS bzw. GSM Verbindung aktiv sein “: das ist falsch. Es ist ja gerade der Vorteil der CSFB (Circuit Switched Fallback) Technik, dass das Telefon immer nur in einer Technologie eingebucht ist und bei Voice zurück wechselt. Eine parallele Einbuchung in 2G/3G und 4G ist nicht nötig. Außerdem schreibt ihr ” es gibt noch keine Technik, welche es ermöglicht den Download aus einem Frequenzbereich in den anderen “zu übernehmen”, auch das ist falsch. Auch das ist Teil der CSFB Spezifikation und sollte problemlos möglich sein, sobald der Zellwechsel 4G3G2G ordentlich implementiert ist!

    Auch nicht richtig: die Netze werden alles andere als “schleppend” ausgebaut. Der Ausbau geht extrem (!!!) schnell, genau gesagt ist der Ausbau schneller als bei 2G und 3G. Es sind sowohl bei Telekom als auch Vodafone bereits sehr viele Gebiete versorgt, insbesondere die Telekom ist schon in fast jeder Stadt vertreten.

    • Christian htcinside.de

      Sorry, einige Stellen sind wirklich falsch formuliert, es war 1. nicht “aktiv” gemeint, sondern “verfügbar”. 2. Meinte ich mit “Technik” keine >etablierte< Technik, das ist CSFB nun mal in der Hinsicht noch nicht.
      Die entsprechenden Stellen werden gleich angepasst, dann sollte klar werden, was genau gemeint ist.
      Und zu deinem letzten Punkt: Die Frequenzen wurden 2010 versteigert und jetzt, zwei Jahre später, haben 2 von 4 (großen) Netzbetreibern ihr LTE-Netz relativ weit ausgebreitet, LTE ist noch lange nicht so weit verbreitet wie UMTS oder GSM. LTE breitet sich zwar im Vergleich zu 3G und 2G schnell aus, allerdings im Gesamtbild ist es immer noch sehr schleppend (meiner Meinung nach). 
      Danke für die Hinweise!

  • 28cm

    es wird noch bischen dauern. eber später wird es einschlagen wie ne BOMBE. wie bei HD.