Motorola VerveOnes ME: Die Airpods für Android-Geräte im Test

Von: Jonas / Am: / In: Testberichte, Zubehör

Motorola VerveOnes ME mit Charge Case

Wer viel in Bahn und Bus unterwegs ist kennt es: Kabelgebundene In-Ear-Kopfhörer nerven spätestens beim Bewegen oder aktiven Nutzen des Smartphones, vom Verknoten nach dem Ein- und Auspacken gar nicht zu reden. Zum Glück gibt es mittlerweile die Möglichkeit mit den passenden Gadgets Audioinformationen per Bluetooth kabellos in die Ohren zu übertragen. Wir haben uns die preiswerten Motorola VerveOnes Music Edition by Binatone genauer angeschaut und verraten was ihr für den Kaufpreis von 129 Euro erwarten könnt.

Design und Verarbeitung: Leichte, graue Maus

Beim ersten Auspacken des hübsch gestalteten Kartons mit magnetischem Türchen und Schaufenster fällt direkt das praktische Charge Case ins Auge, in dem sich die beiden Earbuds befinden. Farblich dominieren weiß und grau das Erscheinungsbild – da zeigen sich die teureren VerveOnes meiner Meinung nach deutlich schicker, aber das ist bekanntlich Geschmackssache. Hervorzuheben ist die IP54 Zertifizierung, die Schutz gegen allseitiges Spritzwasser verspricht und so den Einsatz der Kopfhörer bei Regenwetter ermöglicht.

Neben dem Produkt (Earbuds + Charge Case) selbst befinden sich drei unterschiedlich große Eargelpaare, ein MicroUSB-Ladekabel sowie eine Schnellstartanleitung und Garantiescheine. Die Verarbeitung der VerveOnes ME sind auf einem hohen Niveau, wenngleich der verwendete Kunststoff etwas preiswert anmutet. Aber hey: Es sind ja nur Kopfhörer und die hat man bekanntlich selten im Blickfeld.

Motorola VerveOnes ME

Sitz und Bedienung: Multifunktional, aber knifflig

Anders als bei Bluetooth-Headsets, die über ein Kabel miteinander verbunden sind, müssen die Earbuds separat aktiviert werden. Dafür besitzen die beiden In-Ears jeweils einen Button über den anschließend auch die Steuerung geschieht. Zunächst muss der rechte Earbud über einen langen Druck auf den Button mit dem Smartphone verbunden werden. Auch wenn NFC fehlt geht das wie üblich schnell von der Hand. Der linke Earbud wird anschließend mit dem rechten Exemplar verbunden. Auch wenn das nicht allzu viel Zeit in Anspruch nimmt, ist es doch etwas knifflig.

Nachdem die passenden Eargels an den Klangkörpern montiert wurden, können diese in die Ohren gesetzt werden. Der Sitz ist sehr komfortabel und dank des geringen Gewichts von 12 Gramm sind die Earbuds kaum spürbar. Selbst nach längerem Tragen fallen die Kapseln in der Ohrmuschel nicht unangenehm auf. Auch Bewegen ist mit den VerveOnes ME möglich, ohne dass sie gleich aus den Ohren fallen. Das ist aber sicherlich auch abhängig vom Aufbau und der Anatomie des Hörorgans. Lediglich die Temperatur erhöht sich aufgrund der integrierten Akkus leicht. Das könnte bei sommerlichen Temperaturen für glühende Ohren sorgen.

20170307-Motorola-VerveOnes-ME-eingesetzt

Trotz dass lediglich zwei Buttons zur Verfügung stehen, ist die Steuerung sehr umfangreich. Per einmaligen Klick auf den rechten Earbud können Songs pausiert und fortgesetzt werden. Zwei aufeinanderfolgende Klicks erhöhen (rechter In-Ear) oder senken (linker In-Ear) die Lautstärke. Der integrierte Equalizer kann mit einem dreifachen Klick auf den rechten Earbud durchgeschalten werden. Leider ist die Sprachausgabe zur Kontrolle des gewählten Profils etwas missverständlich.

Zum vorangegangenen oder folgenden Track wird durch ein langes Drücken des entsprechenden Kopfhörers gesprungen. Beim Betätigen der Buttons sollte stets Vorsicht gewahrt werden, da durch zu starkes Drücken die In-Ears schmerzhaft in die Hörmuschel gedrückt werden können. Top: Die aufgeführten Befehle funktionieren mit allen genutzten Drittanbieter-Apps von Google Music über Amazon Music und das populäre Spotify. Insgesamt werden die Anweisungen sehr schnell umgesetzt.

Soundqualität: Überraschend guter Klanggenuss

In-Ear-Träger werden von Soundfetischisten immer wieder belächelt. Besonders wenn es um Bluetooth-Übertragung geht bin auch ich immer wieder skeptisch. Doch die Motorola VerveOnes Music Edition haben mich auch im Hinblick auf die kompakten Maße positiv beeindruckt. Die Bässe sind untypisch für In-Ears sehr wuchtig und auch die höheren Frequenzen sind nicht überstrapaziert, keine Spur von nervigem Plärren. Der integrierte Equalizer ermöglicht zudem die Anpassung der Klangkurve durch vorgefertigte Presets. Natürlich hätte man sich in lauten Umgebungen gern ein Noise Cancelling gewünscht, denn da kommen die In-Ears an ihre Grenzen.

Überraschenderweise gab es auch keine Probleme mit der Synchronisierung der beiden Earbuds – die Songs wurden stets in bestem Stereo wiedergegeben. Die Entfernung von 30 m zum ‘Muttergerät’ ist in der Praxis jedoch kaum erreichbar. Im Test gab es bereits nach rund 10 m erste, nervige Aussetzer. Ebenfalls nervig: Videos lassen sich mit den VerveOnes ME kaum anschauen, da die Bluetooth-Funkstrecke für Verzögerungen sorgt und so ein vernünftiges Betrachten verhindert. Aber dieses Problem existiert bekanntlich bei allen Bluetooth-Headsets.

App: VerveLife rudimentär genutzt

Kaum erwähnenswert ist die Companion-App Hubble Connect for Vervelife, die sowohl für Android als auch iOS auf das Smartphone geladen werden kann. Hier zeigt sich, dass der Hersteller Binatone, bei dem die Motorola VerveOnes ME produziert werden, den Rotstift ansetzen musste. Sind die Standortfunktionen des Mobiltelefons aktiviert, so lassen sich über die Anwendung verlorene Kopfhörer wiederfinden. Das war’s. In der Praxis als ich die Earbuds – selbstverständlich nur zu Testzwecken – bei Freunden vergessen hatte, funktionierte das Feature zuverlässig – wenn auch nicht ultragenau.

20170307-VerveLife-App-Screenshots-HI

Akku: Unterdurchschnittliche Laufzeit

Das Klangerlebnis von Bluetooth-Kopfhörer steht und fällt auch mit der Akkulaufzeit. Über genaue Spezifikationen schweigt sich der Hersteller aus, allerdings verspricht Binatone drei Stunden Non-Stop-Hören. In der Praxis war nach etwas mickrigen 2 bzw. 2,5 Stunden Schluss, aber das ist stark Genre- und Lautstärkeabhängig. Zum Glück gibt’s im Lieferumfang das praktische Ladecase, in dem die Earbuds bei Nichtverwenden nicht nur geschützt aufgehoben sind, sondern auch wieder geladen werden können.

Dazu dienen zwei Drei-Punkt-Konnektoren über dem die Energie auf die kleinen In-Ears übertragen werden. Bis zu acht Stunden Gesamtlaufzeit sollen so möglich sein – im Test waren es aufgrund der Standby-Funktion etwas weniger. Das Ladecase besitzt zum Aufladen der Energiespender einen MicroUSB-Anschluss, über den das Gadget mithilfe eines 1 A-Netzteiles innerhalb 1,5 Stunden wieder aufgeladen ist. Eine Indikator-LED zeigt pünktlich an, ob das Lade-Case leer gesaugt ist.

Motorola VerveOnes ME Ladecase

Fazit: Komfortable Bluetooth-In-Ears mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis

Mit den Motorola VerveOnes ME* hat der Hersteller Binatone komfortable Bluetooth-Ear-Buds für diejenigen auf den Markt gebracht, die auf kurzen Strecken guten Sound hören und dafür nicht allzu viel ausgeben wollen. Kritikpunkte sind neben der kurzen Akkulaufzeit, die rudimentäre Companion-App und die geringe Reichweite. Positiv sind dagegen das geringe Gewicht, der gute Sitz in der Ohrmuschel und die Lokalisierfunktion per App. Auch die Unterstützung von Google Now ist hervorzuheben. Wer sich ein modischeres Design und längere Akkulaufzeiten wünscht, sollte einen Blick auf die teureren Motorola VerveOnes True Wireless* werfen, die neben 12 Stunden Klanggenuss auch ein Dual-Mikrofon bieten.

Was haltet ihr von Bluetooth-In-Ears? Nutzt ihr kabellose Kopfhörer?

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